Beste Einstreu zu günstigen Kosten – geht das?

Je größer ein Stall, desto wichtiger ist es, bei der Auswahl der Einstreu auch die Kosten im Blick zu haben. Diese ergeben sich nicht alleine aus den Einkaufskosten für die Einstreu, sondern man muss berücksichtigen, wie viel jeweils durchschnittlich als Nachstreu wöchentlich verbraucht wird, wieviel Mist pro Monat anfällt, der dann entsprechend entsorgt werden muss und, vor allem in größeren Ställen, wie hoch der Aufwand an Arbeitszeit beim täglichen Säubern der Box und dem Nachstreuen ist.

Verbrauch: Auf den ersten Blick sieht es so aus, als wäre natürlich das klassische lose Stroh am günstigsten – man rechnet mit ca. 8,2 Eurocent/kg. Daneben wirken Holzpellets mit 29 Eurocent, Holzspäne mit 36 Eurocent und selbst Strohpellets mit 24 Eurocent/kg vergleichsweise teuer.

Wie wir jedoch wissen, benötigt man jedoch bedingt durch die schlechtere Saugleistung von Stroh wesentlich mehr Nachstreu. Wo man bei Holzpellets mit 30 kg, bei Holzspänen mit 35 kg und bei Strohpellets mit 25 kg pro Woche auskommt, muss man bei losem Stroh von ca. 75 kg pro Box und Woche rechnen – also das dreifache Volumen gegenüber den Strohpellets!

Arbeitszeit und -kosten: Hinzu kommt, dass durch die Arbeitserleichterung beim Ausmisten sich die Arbeitszeit wesentlich reduziert. Pro Tag benötigt ein geübter Arbeiter bei Boxen, die mit Stroh eingestreut werden, etwa 10 Minuten, um die verschmutzten Teile zu beseitigen, die Nachstreu zu holen und die Box fertig zu machen. Bei einem Stundenlohn von 20 € ergibt dies pro Monat (5 Stunden) 100 €.

Bei Hobelspänen verringert sich der Zeit- und Kostenaufwand auf 8 Minuten täglich, was einen monatlichen Arbeitslohn von 80 € bedeutet, bei Holzpellets sind es immer noch etwa 5,5 Minuten, somit 55 €. Strohpellets jedoch, die am einfachsten zu handhaben sind, benötigen nur 5 Minuten und damit Kosten von 50 € pro Monat – eine Ersparnis, die sich gerade bei einer Mehrzahl von Boxen summiert.

Entsorgungskosten: Wenn der Mist jeweils entsorgt werden muss, fällt wieder ins Gewicht, wieviel jeden Tag ausgetauscht werden muss. Bei Stroh ergibt sich pro Monat fast eine ganze Fuhre, die etwa 20 € kostet, bei Hobelspänen entfallen auf einen Monat nur etwa 9 €, bei Holzpellets 4,5 € und bei Strohpellets wiederum nur 3 € – da ja pro Woche nur 25 kg Streu zu ersetzen sind, im Gegensatz zu den 75 kg bei Stroh als Einstreu.

Damit entstehen bei der Verwendung von Stroh pro Monat 144,60 €, bei Hobelspänen 139,40 €, bei Holzpellets immer noch 94,30 € an Kosten – und bei den Strohpellets fallen lediglich 77€ an.

Nicht berücksichtigt ist hier der finanzielle Aufwand für die benötigten Lagerflächen. Bedingt durch den Volumenunterschied und den wesentlich geringeren Verbrauch sparen Verbraucher von Strohpellets gegenüber der Verwendung von losem Stroh auch hier wesentlich, wenn für die Lagerflächen Miete gezahlt werden muss. Hinzu kommt, dass die Handhabung gegenüber den heute üblichen riesigen Strohballen wesentlich einfacher ist und dass Strohpellets unabhängig von der Jahreszeit in gleichbleibender Qualität und beliebiger Menge geliefert werden können – der Stallinhaber kann also jederzeit seine Vorräte wie gewünscht ergänzen.

Tatsächlich führt also die Verwendung der im Grundpreis im Vergleich zu anderen Einstreumaterialien teureren Strohpellets zu einer wesentlichen Ersparnis beim wöchentlichen Verbrauch ebenso wie bei Arbeitszeit und Lagerung. Gemäß den oben zusammengestellten Zahlen sind Strohpellets die wirtschaftlichste Alternative.

Die im Artikel verwendeten Zahlen und Berechnungen beruhen auf einer Untersuchung der Zeitschrift Bayerns Pferde (12/2015).